Montag, 29. April 2013

Billiger Wald







Am Sonntag trafen wir uns mittags am Rathaus und fuhren von dort aus zu unserem Startpunkt in Kreuzweingarten, einem Ortsteil von Euskirchen.
Tammi, unsere kleine Töle, war diesmal nicht mit von der Partie, weil der Autotransfer für den Rückweg nicht ganz geklärt war. Wir müssen uns beim nächsten Mal eben früher darum kümmern.
Meinen Mann konnte ich diesmal nicht mit der zu erwartenden schönen Landschaft locken – alles, was unterhalb von uns liegt, und damit meint er unter 300m, zählt für ihn nicht als Eifel!
Unsere Gruppe war recht groß und wir lernten im Verlauf der Wanderung viele neue Menschen kennen; unser Eifeler Freundeskreis wird langsam aber sicher immer größer.
Unser Wanderführer war bestens vorbereitet und führte uns zunächst steil bergan, wo wir auch bald das erste sehenswerte Monument, einen kleinen römischen Tempel vorfanden. Was heißt, auf den gefundenen Fundamenten hatte man nach bestem Wissen eine Nachbildung aufgebaut.

Weiter ging’s den Berg hinauf, jetzt nicht mehr so steil und nach einer wunderschönen Etappe durch den erwachenden Frühlingswald erreichten wir das Schönstatt – Zentrum „Maria Rast“ Ein Besuch der Kapelle war natürlich Pflicht,


bevor es auf asphaltierten Wegen erstmal weiter ging in Richtung Satzvey.
Der Weg führte bald wieder durch den Frühlingswald, wo an Werktagen offensichtlich eifrig Holz für den übernächsten Winter geschlagen und klein gesägt wurde.
An einem abseits abgestellten Anhänger sahen wir auch die allgegenwärtige Anwesenheit von FC –Fans.


An einer auf einer Hügelkuppe gelegenen Funkstation legten wir die langersehnte Kaffee – hm,  Kuchenpause ein.
Dort begegneten wir einem einsamen Westernreiter, der total cool an uns vorbei ritt, um Sekunden später nach einer Buckelescapade seines wohl nicht so coolen Pferdes im Dreck zu landen. Das Pferd hatte sich offensichtlich über einige unserer stockbewehrten Wanderfreunde so echauffiert, dass es kaum zu beruhigen war.
Der Reiter zeigte sich aber weiterhin beherzt und stieg wieder in den Sattel.
Tänzelnd wandelte man von dannen, die guten Wünsche unserer Gruppe ignorierend.


Abwärts ging’s durch den Wald hinunter, wo von weitem schon das gleichmäßige Rauschen der Autobahn zu hören war, die am Fuß des Hügels den bald erreichten Golfplatz säumte. Golfspielen bei diesem Geräuschpegel musste ja großen Spaß machen! Aber, in der dazugehörenden Burg im Clubraum wird man davon wahrscheinlich nichts mitbekommen. Das werden wir bei den Preisen vermutlich aber nie feststellen können.
Wir unterqueren die Autobahn und nähern uns unserem Ziel, der Burg Satzvey.
Allerdings zeigt sich das Dorf erstmal von seiner hässlichen Seite, dem wahllos zusammengebauten Gewerbegebiet, das mehr einem Slumviertel gleicht. Naja zwischen Autobahn und Bahnlinie passt wohl auch nichts anderes.


Die Burg, die wir kurz darauf  erreichen, ist da schon ein wirklicher Hingucker, auch wenn man bedenkt, dass viele der wieder aufgebauten oder angebauten Nebengebäude der Vermarktung des Anwesens dienen. Aber wir haben alle schon Spaß bei den Ritterspielen, den Mittelaltermärkten, der Walpurgisnacht und der Halloweenparty gehabt, also Augen zudrücken und den Kaffee beim Italiener im Bruginnenhof genießen.
Der spendierte übrigens den Damen der Wandergruppe eine Rose und ließ sich auf eine witzige Diskussion mit einer unserer Mitwanderinnen ein.
Inzwischen waren die restlichen Autos vor Ort und wir konnten nach diesem wirklich schönen und launigen Wanderausflug den Heimweg antreten.
Wir freuen uns schon aufs nächste Mal!




Samstag, 27. April 2013

Ein ganz normaler Tag im Leben der …


Viel haben mich schon gefragt, was ich so den ganzen Tag mache, wenn ich „frei“ habe – faulenzen, lesen, in die Sauna gehen oder???

Also hier ist ein ganz typischer Tag in meinem Leben:
Das Radio geht für gewöhnlich um 6 Uhr an, aber ich  bin immer ein paar Minuten früher wach und schalte es aus, weil ich den einzigen Sender, der sich einstellen lässt, ätzend und störend finde.
Noch im Dunklen, eigentlich ist’s zur Zeit schon fast hell, ziehe ich mich an, schleiche an Hunden und Katzen vorbei nach draußen, wo ich in die Schuhe bzw. Stiefel steige und runter zu den großen Tieren gehe. Falls es noch sehr dunkel ist, habe ich mir im Vorbeigehen die Kopflampe übergestreift, nehme nun das vorbereitete Futter –Möhren und Heu - für die Schafe und schütte es im Stall in die dafür vorgesehenen Eimer. Nun hört auch das noch nicht erwähnte Geblöke auf, weil auch Schafe nicht mit vollem Mund reden können!
Die Pferde, die nun dran kommen, sind etwas geduldiger, d.h. ruhiger, aber sie joggen schon mal in freudiger Erwartung eine Runde im Paddock. Die Karre mit den Heusäcken habe ich auch schon am Abend vorher gepackt und nun kann ich zügig die hungrigen Mäuler mit Möhren und dann mit den Heusäcken stopfen.
Odin in seinem Extrapaddock bekommt immer als Erster und ist dann versorgt. Kurzes Nasestreicheln inklusive.
Die anderen vier warten mehr oder weniger geduldig, bis ich die leer gefressenen Netze vom Abend eingesammelt habe – inzwischen mampfen sie die ausgeteilten Möhren und jagen sich gegenseitig die letzten Krümel ab.
Die neuen Netze werden verteilt, befestigt und nun kann ich die Pferdeäpfel einsammeln und auf dem Misthaufen entsorgen. Zum Glück haben wir den jetzt nahe am Paddock, so dass der Weg mit der Schubkarre nicht so weit ist und ich den einen oder anderen Pferdeapfel auch mal über den Zaun werfen kann.



Nachdem ich fertig bin, gehe ich noch mal zu allen Ponys, schaue nach, ob keins irgendwie verletzt ist und ob alle auch gut fressen.
Jetzt wird noch das Wasser kontrolliert und evtl. am Bach Nachschub geholt. Auch dahin ist der Weg zum Glück nur ein paar Meter.
Im Haus werde ich schon ungeduldig von den Hunden erwartet, die schnell oder langsam beim folgenden Spaziergang ihre Geschäfte erledigen oder die neuesten Kleinanzeigen im örtlichen Hundemagazin lesen!
Zurück zu Hause füttere ich noch die Katzen, leere die Katzenklos und den Aschekasten unseres Kaminofens und fache die noch vorhandene Glut wieder an.
Diese allmorgendlich anfallenden Arbeiten nehmen mich etwa 45 Minuten in Anspruch und nun beginnt an „normalen, freien“ Tagen der mir gehörende gemütliche Teil des Tages.
Da mein Mann ein Nachtarbeiter und damit ein Langschläfer ist, genehmige ich mir nun bei einem frühen Kaffee oder Tee die Lektüre meines gerade aktuellen Buches im Bett, worüber ich dann für gewöhnlich noch mal für eine Stunde einschlafe! Genuss pur!
So gegen 8:30 h ist dann endgültig die Nachtruhe vorbei und mein Mann und ich genießen unseren Morgenkaffee gemütlich im Bett mit Blick aus dem Fenster auf die Hügel und Berge hinter unserem Haus. 

Dabei besprechen wir so das ein oder andere, vor allem, was an Arbeiten und Terminen an diesem Tag erledigt werden muss.
Danach Frühstücken, Schreibtisch mit dem entsprechenden Kram wie Schreiben und Internetgedaddel (Facebook und Co.) ist angesagt, aber auch die Tagesnachrichten lese ich meistens online.
Gegen 11:00 Uhr hören wir für gewöhnlich die fröhliche Stimme unserer Enkelin auf der Treppe: „Hallo Oma, Hallo Opa!“ dann stürmt sie in die Wohnung und möchte sofort unsere Aufmerksamkeit, die sie natürlich bekommt. Oft geht sie dann mit Mama oder Papa schon mal nach draußen, natürlich nur bei trockenem Wetter, was wir aber glücklicherweise meistens haben und ich folge gegen 12 Uhr ebenfalls, weil nun wieder die Pferde versorgt werden müssen.
Laura geht mit ins Paddock, hilft beim Verteilen der Heusäcke und dem Absammeln der Pferdeäpfel, wobei sie außer dem Mistboy auch schon mal die Hände zur Hilfe nimmt.

Dann gehen wir gemeinsam mit den Hunden ein Stückchen Richtung Wiesen und Bach, wobei Laura gelegentlich auch mal eine Hundeleine in die Hand nimmt. Sie wird dann mit Hund immer ganz schön schnell und man muss aufpassen, dass der Abstand zwischen uns nicht zu groß wird, sonst haben wir bei kleinen Unfällen (Hund zieht an der Leine und Laura fällt hin) ein Problem. Aber es klappt immer besser und sie ist mächtig stolz, wenn sogar der große Kasim auf ihre Kommandos hört.
Anschließend ist es für Laura Zeit zum Mittagessen und wir ziehen uns auch gemütlich in unser Wohnzimmer zurück, essen eine Kleinigkeit zu Mittag und schauen uns im Fernsehen aktuelle oder konservierte Sendungen an.
Ich bin bekennender Telenovela – Fan und meine Lieblingssendung verpasse ich selten. J
Eine Tasse Kaffee und ein süßer Snack beenden dann meistens meine Mittagspause, während mein Mann schon längst zu seiner Arbeit aufgebrochen ist.

 In der Regel versuche ich nun, wenigstens einen Sportprogrammpunkt zu verwirklichen. Heute war es ein 5 km – Lauf, den ich sehr genossen habe und den ich wie gewöhnlich auch zum Kennenlernen unserer neuen Heimat genutzt habe –dieses Mal, ohne mich zu verlaufen!
Wenn ich zurück bin, ist es meistens auch an der Zeit, mich um Haushaltsdinge zu kümmern, wie Wäsche waschen, saugen, putzen oder einfach weiter unser neues Zuhause gestalten.
Es sind noch Schränke einzuräumen, manches muss woanders platziert oder umgeräumt werden.
Natürlich werden auch regelmäßig die Ponys geputzt oder bewegt oder geritten, aber eigentlich bräuchten wir dafür noch mehr Zeit. Samstags zum Beispiel treffe ich mich gelegentlich  mit einer oder mehreren Freundinnen zum Reiten.


 So wird es dann gegen 18 Uhr Zeit für die Hauptmahlzeit der Ponys und Schafe.
Hier hilft Laura wieder gerne und effektiv mit: es werden zusätzlich zum Heu Schüsseln mit Heucobs, Hafer, Mineralfutter und Möhren gereicht und Laura weiß schon genau, wo sie die einzelnen Futterschüsseln für welches Pferd unter dem Zaun durchschieben muss und besteht auch darauf, dies alleine zu tun.
Noch mal Wasser aufgefüllt, Heunetze für den nächsten Tag gepackt und ein weiterer Gang mit den Hunden – da vergehen fast eineinhalb Stunden, wenn man sich nicht abhetzt.


Ein wunderbares Gefühl ist es, wenn alle zufrieden über ihrer Mahlzeit stehen, später noch Hunde und Katzen gefüttert sind und ich mich zu dem vom inzwischen heimgekehrten Hausherrn mit viel Liebe und Fantasie zubereiteten Abendessen zu Tisch setzen darf. Es lebe die Arbeitsteilung!

Der Abend gehört uns und unserem persönlichen Entspannungsprogramm! Lesen, fernsehen, Musik hören; manchmal, wenn’s warm ist, auch einfach auf unserer Terrasse den Blick ins Grüne bei einem Glas Wein genießen!
Wir genießen das Leben, das wir führen!

Dienstag, 16. April 2013

Römerkanal


Am Sonntag waren wir mal wieder mit  unseren Freunden vom Eifelverein unterwegs.
Zunächst ging’s mit Tammi im Auto nach Zingsheim und von da aus nach Nettersheim.
Vom Parkplatz des Naturzentrums starteten wir dann zünftig ausgerüstet zu unserer Wanderung, die uns zunächst die Urft entlang, durch das Naturschutzgebiet Urftaue führte.
Über sonnige Höhen und schattige Waldwege erreichten wir den Quellplatz der Wasserleitung, genannt „Grüner Pütz“ wo sich heute außerdem ein zünftig herausgeputzter Rastplatz befindet. Wir scharten uns mit einigen weiteren Wandergruppen um die freigelegten und teilweise immer noch Wasser führenden Aquäduktteile. An vielen Stellen konnten wir bestaunen, was römische Architekten schon vor fast 2000 Jahren zu konstruieren und zu verwirklichen in der Lage waren.





Wir erreichten den kleinen Ort Urft mit seinem historischen Schloss Dalbenden.
Hier begann auch der anstrengende Teil der Wanderung. Bei deutlich frühlingshaften Temperaturen ging es steil bergan den Eifelsteig hinauf, wo uns zu allem Überfluss auch noch jede Menge Mountainbiker  (verbotenerweise) entgegen kamen.

Oben angekommen belohnte uns jedoch ein wunderbarer Ausblick auf die gegenüber liegenden Berge und noch weiter oben die nur noch erahnbare Burgruine Stolzenburg. Von hier aus sollen bis ins Mittelalter Ritter die Gegend beherrscht haben, später zogen sie jedoch ins Tal in die eben erwähnte Wasserburg Dalbenden. Bei dem erfolgten Aufstieg konnten wir die Beweggründe sehr gut nachvollziehen.
Nach einer ausgiebigen Rast ging es dann stetig bergab Richtung Sötenich und von dort aus erreichten wir über einen wunderschönen Waldweg Keldenich, wo uns ein Denkmal an die frühere Industriebedeutung dieser Gegend, den Erzabbau, erinnerte.

Auf dem sogenannten Tanzberg kamen im Jahre 1547 bei einem Bergeinsturz viele Menschen zu Tode. Eine Prozession wird im Gedenken an sie jedes Jahr am Himmelfahrtstag durchgeführt.


Nun waren es nur noch einige Hundert Meter und wir erreichten das Ziel unserer Wanderung, die Dorfkirche von Dottel.

Samstag, 13. April 2013

Eifelpfadfinder


Heute scheint endlich mal die Sonne, nachdem gestern stabiles Aprilwetter herrschte!
Schon seit Tagen hatte ich Lust, mal wieder zu reiten, deshalb sattelte ich mir am Vormittag Afra, die mit ihren fast 29 Jahren immer noch darauf besteht, auf jeden Fall mit zu kommen, wenn irgendetwas mit den Pferden unternommen wird.
Demzufolge muss ich sie auch nehmen, wenn ich alleine unterwegs sein möchte, weil kein Paddockzaun ihren Mitgehwünschen standhält!

Also aufgesattelt und los geritten. Wie immer kostete es jede Menge Überredungs-bzw. Reitkünste, Madame vom Haus weg zu reiten, aber dann ließ sie sich bald, am Waldrand angekommen, zu einer schnelleren Gangart überreden.
Der Weg zum Sportplatz den Berg hinauf war ihr bekannt, aber je weiter wir von zu Hause weg ritten, umso mehr sehnte sie sich offensichtlich nach den Daheimgebliebenen!
Das tat sie denn auch mit entsprechendem Gewieher kund!
Nun wollte ich vom Sportplatz nicht den altbekannten Weg reiten, sondern wandte mich nach Nordosten in Richtung Buir –so war zumindest der Plan!
Es ging stetig bergab, was Afra zu einer etwas schnelleren Gangart ausnutzen wollte. Da ich ihr dies nicht erlaubte, beschränkte sie sich auf sehnsuchtsvolles Wiehern, das von nun an alle zwei Minuten den Wald beschallte.
Wir fanden einen schönen Waldweg, den wir bergauf auch galoppieren konnten, was Afras Laune deutlich verbesserte.
Weiter ging es – an der nächsten Kreuzung geradeaus, nicht wie meine „Reitbegleitung“ vorschlug, nach links. Ich wollte doch noch nicht nach Hause!
Diese Entscheidung erwies sich als kapitaler Fehler, denn was nun folgte, war ein Irrweg, der uns eine Stunde später an genau die gleiche Stelle brachte.
Während dieser Stunde ging es mal nach rechts, der Weg zog sich dann aber in einer langen Kurve immer weiter nach rechts und damit vorausschaubar weiter weg von meinem Ziel, also an der nächsten Möglichkeit nach links, aber auch dieser Weg führte bald in die falsche Richtung. Bergan ging es auf ein Dorf zu, ich wähnte mich infolge der wahrnehmbar falschen Richtung bereits im ersten Dorf von Rheinland-Pfalz, also wandten wir uns bei nächster Gelegenheit wieder nach links.
Dieser Weg wurde sehr schnell unwegsam und endete nach einigen Hundert Metern an einem Weidezaun.
Zurückzureiten gefiel meiner inzwischen ziemlich nervösen Stute zwar nicht, aber unsere jahrelange Partnerschaft zahlte sich dann doch aus und Afra marschierte, wenn auch widerwillig, in die von mir vorgeschlagene Richtung.
Als wir uns nach einer Stunde der besagten Stelle näherten, funktionierte auch ihr inneres Navi wieder und sie ließ sich kaum überreden, noch mal die Richtung zu wechseln. Zum Glück konnte ich sie überzeugen, weil mir schon klar war, dass der richtige und damit kürzere Nachhauseweg keinesfalls  auf dieser Strecke zu erreichen war.
Überraschenderweise führte dann auch der etwas unbequemere, weil steil bergauf verlaufende Weg auf direktem Weg nach Tondorf zurück.
Hätten wir uns an dieser Stelle vorhin direkt in diese  Richtung bewegt, wäre unser Ausritt höchstens eine Stunde lang gewesen.
So hatten wir zwar etliche Kilometer mehr, aber dafür auch viele schöne Wege mit fantastischen Ausblicken erkundet.
Wir sind doch ein tolles Eifelpfadfinder-Team!
P.S. später auf der Karte sah ich, dass ich nur weiter auf das erwähnte Dorf hätte zu reiten müssen und wäre dann in Buir „gelandet“! Es fehlten nur ca. 300 m!

Montag, 1. April 2013

Fuß fassen



Wir kommen immer mehr an in unserer neuen Umgebung!
Heute machten wir unsere dritte Wanderung mit dem Eifelverein. Eigentlich sind wir beide keine Vereinsfreaks – mögen keine Vereinsmeierei, keinen Klüngel, wie es in unserer rheinischen Heimat so nett heißt, wenn man jemanden kennt, der jemanden kennt, der einem hilft und in verschiedenen Lebenslagen den einen oder anderen Vorteil verschafft.
Also wollen wir eigentlich keine Vereinsanbindung oder ähnliches!
Nun kamen wir aber vor einigen Wochen über eine Notiz im hiesigen Gemeindeblatt dazu, am Dreikönigstag mit uns völlig fremden Leuten zu wandern. Später, nach der  langen Wanderung, einer Rast unterwegs im Schatten einer kleinen Kapelle

 und dem anschließenden Kaffeetrinken beim Wanderführer zu Hause, wo wir ganz selbstverständlich eingeladen waren, fühlten wir uns unter den Mitwanderern nicht mehr fremd.
Das Wiedersehen vor einer Woche fiel dann auch schon etwas anders aus, im Gegenteil, man begrüßte uns herzlich wie alte Bekannte und heute wurden wir dann nach einem weiteren warmherzigen Empfang folgerichtig Mitglieder in besagtem Verein, ohne dass man uns dazu gedrängt hätte.

Also mit einem bisher praktizierten Vorsatz gebrochen und mit dem Gefühl, nun schon viele Menschen kennengelernt und unser neues Domizil ein Stück heimatlicher gestaltet zu haben.
So haben wir sozusagen uns fortbewegend, wandernd Fuß gefasst und sind heimisch geworden!  

Sonntag, 31. März 2013

Ostern


Früh kräht der Wecker (mein Weckruf ist bezeichnenderweise ein elektronischer Hahnenschrei!) – ich schaue auf die Uhr und beschließe, erstmal liegen zu bleiben.
Das halte ich aber nicht lange durch, weil ich um die Gefahr des Wiederwegduseln weiß.
Also raus aus dem gemütlichen Bett. Später sitze ich halbangezogen, immer noch mit mir kämpfend, am Kamin und denke allen Ernstes darüber nach, den mit mir selbst geschlossenen Vertrag, dieses Jahr doch endlich wieder in die Frühmesse zu gehen, zumal durch unseren Umzug bedingt, selbige in der nur 15 km entfernten Klosterbasilika Steinfeld stattfindet.
Ehe ich weiterdenken kann, bin ich schon auf dem Weg zum Auto, pralle dort erstmal zurück, weil ich tatsächlich ein eingeschneites Etwas vorfinde oder besser gesagt, kaum finde. Also noch Kehren und Kratzen, dann kann es endlich losgehen.
Nebel und Schneetreiben lassen mich mehrmals den Blick zur Datumsanzeige im Auto schweifen, ob wir wirklich den 31.3. schreiben oder nicht vielleicht doch den 25.12.!
Nach gefühlten Stunden komme ich an der Basilika an, der erste Mitmensch, der mir über den Weg läuft, fühlt sich genau wie ich eher zu einem „Frohe Weihnachten“ animiert. Es ist aber auch schwer, angesichts der im Schnee ruhig da liegenden Kirche österliche Gedanken aufkommen zu lassen. Alles mutet eher weihnachtlich an.
Als wir aber um das Osterfeuer stehen, dann das „Lumen Christi“ in der dunklen Kirche ertönt, fühle ich, wie es wohl jenen ersten Christen zumute gewesen sein musste, als sie in einer feindlichen Welt um das Feuer versammelt, sich der Liebe Christi, versinnbildlicht durch eben dieses Feuer, erinnerten und daraus Kraft und Hoffnung zu schöpfen.
Die Kraft und Hoffnung, die auch mich täglich begleitet, derer ich dringend bedarf, um den Herausforderungen meines, doch so alltäglichen Lebens gewachsen zu sein. Die großen Prüfungen, denen die Menschen im alten Testament, wie in den heutigen Lesungen zu hören ist, ausgesetzt waren, blieben und bleiben mir (hoffentlich) in meinem Leben erspart.
Doch auch ich benötige dringend und täglich die Sicherheit, der Liebe Christi gewiss zu sein und in dieser Sicherheit auch meinen Mitmenschen Kraft geben zu können.
Meine Gedanken gehen auch zurück an die Menschen, die mir in meinem Leben Kraft gegeben haben, deren Rat ich mir, weil sie bereits ihr Leben vollendet haben, aber nicht mehr täglich abholen kann.
Mit ihnen halte ich jedoch häufig Zwiesprache und finde so immer wieder Halt in schwierigen Situationen.
„Der Tod hat nicht das letzte Wort!“
Das denke ich, während die Glocken, die Altarschellen und die Orgel mit allen Registern das Osterhallelujah anstimmen:
„Erschalle laut Triumpfgesang!“
Jetzt ist wirklich Ostern!

Samstag, 9. Februar 2013

Dankbar!


Eigentlich wollte ich mit Tammi nur zum Briefkasten laufen. Die Post ist hier immer pünktlich, weshalb ich den kürzesten Weg nahm. Leider trotzdem die Leerung verpasst!
Gleich wieder nach Hause hätte ich bei dem schönen Wetter doof gefunden.
Deshalb lief ich erstmal an der Kirche vorbei, überquerte die Bundesstraße und wandte mich dann talwärts Richtung Süden.
Dort lockten mich tief verschneite Felder und Wälder. Im Hintergrund konnte ich sonnenbeschienene höhere Berge erkennen. Mir war schon klar, dass ich so weit keinesfalls laufen könnte, jedenfalls nicht im Winter bei Tiefschnee! Also bog ich in die nächste Straße nach links Richtung Sportplatz ab.
Am Dorfrand hörte die Zivilisation buchstäblich auf, daran zu erkennen, dass sich hier niemand mehr für die Räumung des Gehweges zuständig fühlte.


Tammi und ich trippelten unschlüssig angesichts des tief verschneiten Weges auf der Stelle, dann siegte bei mir der sportliche Ehrgeiz und bei Tammi die pure Bewegungsfreude. Wir nahmen die schwierige Passage in Angriff und fanden bald auch den entsprechenden Laufrhythmus wieder.
Hinter dem Sportplatz ging’s hinunter in den Wald. Ich kannte den Weg und wusste, dass die nächsten 2 km zwar stetig bergab führten, dafür aber keine Abkürzungsmöglichkeit bereithalten würden. Da mussten wir also durch.
Die folgende Strecke entschädigte mich für die Anstrengung, die der Untergrund uns auferlegte: zwar geht so eine Bergab - Strecke gewaltig in die Gelenke, vor allem, wenn man noch so einen kleinen Motor vor sich her ziehen lässt. Tammi war kaum zu bremsen! Aber der Blick durch die tief verschneiten Äste und Zweige über mir in den strahlend blauen Himmel, alles von der untergehenden Sonne in ein unwirkliches Licht getaucht – das hatte was!
Mein Herz schien auf einmal immer voller zu werden, vor Dankbarkeit, dieses alles erleben zu dürfen.
Meine Gedanken gingen zurück zu den letzten Monaten, die mit unserem großen Umzug zunächst einmal Veränderung, Ängste und jede Menge Stress beinhalteten.
Aber Momente wie diese machen alles wett!  Meine Dankbarkeit wurde riesengroß, sogar für die Zeit in Lüxheim war ich dankbar, hatte sie uns offensichtlich doch hierher gebracht, wo es uns jetzt so richtig gut geht!

Ausgesöhnt mit allen Unbillen der letzten Jahre lief ich frei und entspannt den Berg hinunter unserer neuen Heimat entgegen!



Heute erfuhr ich eine Wiederholung, überraschenderweise an der Seite meines Mannes und auf dem Rücken unserer beiden „Rentnerpferde“ Afra und Skelmir. Den gleichen Weg, nur dieses Mal den Berg hinauf, so dass wir auf dem weichen Schnee lange und fröhlich galoppieren konnten. Die Pferde hatten ihren Spaß und wir genossen einfach nur diesen wunderbaren Ausritt!

Danke!